Die Steinkuppe befindet sich im Süden des Ortes Holzhau, wenige hundert Meter von der sächsisch-böhmischen Grenze entfernt.
Die GPS-Daten der Steinkuppe lauten 50.719745,13.599105.
Der gegenüberliegende Drachenkopf, auch Kannelberg genannt, ist etwa 20 Zentimeter niedriger. Seine exakte Höhe wird mit 805,6 m üNN angegeben. Er befindet sich im Töpferwald auf der nordöstlichen Seite des Freiberger Muldentales.
Mit ihren reichlich 800 Metern Höhe gehören der Drachenkopf und die Steinkuppe nicht zu den höchsten Bergen des Erzgebirges. In direkter Umgebung befinden sich mindestens 20 weitere Berge, die zwischen 800 und 960 m hoch liegen.
Im Westerzgebirge erreichen der Keilberg und der Fichtelberg 1244m und 1214m. Beide Berge sind bei normaler Sicht von vielen Aussichtspunkten aus klar und deutlich zu erkennen. Von der Steinkuppe kann man sie wegen des Verwuchses nicht sehen.
Das Mückentürmchen / der Mückenberg (Komáří hůrka) ist mit 808 Metern nur knapp höher gelegen als die Steinkuppe, bietet aber eine wesentlich bessere Aussicht.
Link zum Weiterlesen: "Liste der Berge im Erzgebirge" bei Wikipedia.
Die Steinkuppe als erloschener Vulkan
Die Gesteine, welche man rund um die Steinkuppe herum findet, lassen auf vulkanische Aktivitäten schließen. Dieser Aspekt wird in der regionalen Geschichtsschreibung viel zu wenig beachtet.Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat holzhau.de am 14.7.2026 nochmals bestätigt, dass es sich bei der Steinkuppe "um einen Vulkan mit unbekannter Struktur aus nephelinitischem Material handelt".
Für den Drachenkopf, welchem manche Einwohner ebenfalls vulkanische Aktivität zuschreiben, gibt es diese Bestätigung nicht. Die nächstgelegenen Vulkane sind somit der Hirtstein bei Rübenau, die heutige Augustusburg sowie der Geisingberg bei Altenberg.
Das Känozoikum ist die Erdneuzeit, welche vor etwa 66 Millionen Jahren begann und bis in die heutige Zeit reicht. Das Klima des Känozoikum war anfangs sehr warm, die heutige Arktis und Antarktis waren eisfrei. Die Vereisung der Antarktis begann erst vor 34 Mio Jahren. Vor etwa 2,6 Mio Jahren begann die Vereisung der Arktis und Nordhalbkugel. Das Känozoikum wird als Ära der geologischen Umgestaltung, klimatischen Schwankungen und der biologischen Evolution betrachtet. (Quelle: Wikipedia). Mehr darüber unter Känozoischer Vulkanismus auf Geologie Sachsen.
Bis 1912 gab es an der Steinkuppe einen Steinbruch für Nephelinbasalt
An der Steinkuppe gab es einen Steinbruch. Hier wurde Nephelinbasalt für den Straßenbau gebrochen und von Hilfskräften, auch Kindern aus Holzhau, zu Schotter bzw. Splitt verarbeitet. Der Steinbruch wurde 1912 durch ein königliches Dekret mit sofortiger Wirkung geschlossen. Nephelinbasalt ist auch unter verschiedenen anderen Namen, wie z.B. Feldspatbasalt oder Olivin-Augit-Tephrit bekannt und gehört zu den Basanit-Gesteinen. In der ägyptischen Antike meiselte man daraus Skulpturen. Nephelinbasalt ist jedoch anfällig gegenüber Chemikalien.Zum Weiterlesen bei Interesse Über das plötzliche Ende des Steinbruches an der Steinkuppe Holzhau und Die Steinkuppe im Mineralienatlas.
Aussichtsturm, Windpark und Bürgerbewegung "Gegenwind"
Nach 1990 wollten Touristiker auf der Steinkuppe einen Aussichtsturm errichten lassen. Das wurde aus Naturschutzgründen untersagt.Kurioserweise hatte man nur wenige Naturschutzbedenken, als man ab etwa 2007 plante, direkt nebenan 42 Windkraftanlagen zu errichten. Eine Bürgerbewegung aus Holzhau, unterstützt durch viele deutsche und tschechische Erzgebirger, Bürgermeister, Tourismusverbände sowie Bundestagsabgeordnete, kämpfte jahrelang dagegen an.
Sie gingen bis nach Brüssel. Die EU nahm die Petition gegen den Windpark an. Die Bürgerbewegung "Gegenwind" bekam die Gelegenheit, direkt vor dem Petitionsausschuß der EU zu sprechen. Diese Aufgabe übernahmen der damalige Bürgermeister Werner Sandig und der Repreäsentant der BI Gegenwind, Michael Eilenberger.
Interview mit Michael Eilenberger nach der Rückkehr aus Brüssel
Interview mit Michael Eilenberger (Teil 2) nach der Rückkehr aus Brüssel
Der Windpark wurde dauerhaft verhindert. Es ging sogar so weit, dass Tschechien später sämtliche Subventionen und die erhöhte Einspeisevergütung für Windparks strich. Tschechien setzt seitdem auf Atomstrom. Windparks bekommen keine staatliche Förderung mehr, Baugenehmigungen werden kaum noch erteilt.
Die betroffene Region ist ein FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) und das größte Vorkommen des Birkhuhns außerhalb der Alpen. Keine namhafte Umweltschutzgruppierung war damals bereit, die Erzgebirger beim Kampf gegen den Windpark zu unterstützen. Greenpeace-Vertreter erklärten z.B. gegenüber der Bürgerbewegung, das Erzgebirge sei nicht ihr Aktionsgebiet. Die regionalen Vertreter der Partei "Die Grünen" konnten sich zum damaligen Zeitpunkt nicht positionieren, ob Klimaschutz, Energiewende oder Naturschutz / Artenschutz in ihrer Politik Vorrang haben. Ebenso schwammige Aussagen kamen von den mittelsächsischen Bundestagsabgeordneten der SPD.
Die Steinkuppe innerhalb der "8000er Wandertour durch das Osterzgebirge"
Die Steinkuppe ist Teil der "8000er Tour" durch das Osterzgebirge, die von Einheimischen initiiert und von der BIWAK-Redaktion des MDR propagiert wurde. Der Gag daran: Alle erzgebigischen Berggipfel hat man in Dezimetern angegeben. Auf der Webseite achttausender-im-erzgebirge.de werden die Gipfel vorgestellt und mit den realen 8000ern im Himalaya verglichen. Leider ist dabei ein gravierender Fehler unterlaufen. Die Höhe der Steinkuppe wurde mit 804,8 Metern falsch angegeben. Somit stimmt auch der entsprechende Gipfel im Himalaya nicht.Gipfelkreuz und Gipfelbuch
Der Heimatverein Holzhau e.V. hat sich in den letzten Jahrzehnten dafür engagiert, ein neues Gipfelkreuz und ein Gipfelbuch auf der Steinkuppe anzubringen und zu erhalten. Unterstützt wurden sie von Werner Sandig, Bürgermeister a.D. Die Gipfelbücher wurden schon mehrfach ersetzt, nachdem sie mit Einträgen gefüllt waren. Leider gab es auch Vandalismus und Diebstähle.Sprungschanze
An der Steinkuppe gab es eine Skisprung-Schanzenanlage. Die Holzhauer Dorfjugend nutzte die Schanze. Auch der Freiberger Ski-und Schwimmverein, der um 1920 das nahegelegene "Torfhaus" besaß, veranstaltete hier Skispringen. Die Schanze wurde 1972/1973 von der Holzhauer Jugend noch einmal mit Massivholz restauriert, begann dann aber erneut zu verfallen. Inzwischen wurde sie komplett abgebaut.Freilichtbühne
Von der ehemaligen Freilichtbühne an der Steinkuppe ist nichts mehr übrig.Geocaching an der Steinkuppe
Die Steinkuppe ist Teil des globalen Geocaching-Netzwerkes. Es bedeutet: Auch auf der Steinkuppe werden kleine Schätze versteckt.- https://www.geocaching.com/geocache/GC782X8_geologie-der-steinkuppe
- https://www.geocaching.com/geocache/GCAPX3M_steinkuppe
Das Hotel "An der Steinkuppe"
hieß früher "FDGB-Heim Fortschritt" und ist seit Ende der 1990er Jahre eine Dauerruine. Es war das erste Ferienheim, welches der Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes in der DDR neu errichten ließ. Den Namen "Hotel an der Steinkuppe" erhielt das Haus erst nach einer Privatisierung nach 1990. Aufgrund seines abgewohnten DDR-Niveaus hatte das Haus unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten keine Chance. Durch den Neubau der Holzhauer Hotels "Lindenhof" und Talblick sowie durch die Preispolitik des "Waldhotels Sachsenstern" war das Aus des "Hotels an der Steinkuppe" recht schnell besiegelt.Der Steinkuppenlauf
Der Steinkuppenlauf ist eine traditionsreiche Skilanglaufveranstaltung, welche seit 1961 von der Sportgemeinschaft Holzhau veranstaltet wird. Damals startete der Steinkuppenlauf noch am FDGB-Heim "Fortschritt". Die Steinkuppe war nahezu unbewaldet. Heute hat der Steinkuppenlauf kaum noch etwas mit der Steinkuppe zu tun. Die meisten Wettkampfstrecken führen nicht mehr in die direkte Nähe der Steinkuppe. Start und Ziel sind an der "Fischerbaude".Die Steinkuppe im Film "Unterwegs zu den 8000ern von Rechenberg-Bienenmühle"
Eine Winterwanderung zur Holzhauer Steinkuppe war Teil der Fernsehsendung "Unterwegs zu den 8000ern von Rechenberg-Bienenmühle". Leider konnte weder die Moderatorin Beate Werner noch die Vorsitzende des Holzhauer Heimatvereins, Ingrid Meyer, etwas zu den tatsächlichen historischen oder geologischen Besonderheiten der Steinkuppe berichten. Die Besonderheit der Steinkuppe besteht nicht darin, dass man dort "etwas Aussicht hat" und ein Gipfelbuch vorhanden ist.Die Aussagen im Film sind zudem teilweise falsch: Der Drachenkopf ist lediglich 20 cm niedriger als die Steinkuppe, der eine Meter Höhenunterschied sind "altes Wissen", "alte Messwerte" und falsche Rundung auf ganze Meter. Auch der Drachenkopf hat ein Gipfelbuch und es gibt "8000er Gipfel" in der näheren Umgebung, die eine hervorragende Sicht auf das Erzgebirge bieten.
Es existieren keine "14 Berge mit 8000 Dezimetern im Osterzgebirge". Die Aussage von Beate Werner, aus dem Off gesprochen, ist durchweg falsch. Es gibt wesentlich mehr und wesentlich höhere Berggipfel. Die 14 Berge sind nur jene Erhebungen, welche von MDR Biwak in die "8000er Tour" aufgenommen wurden. In der "8000er Tour" sind auch nur die Berggipfel des Sächsischen Osterzgebirges enthalten.
In eine "richtige" 8000er bzw. 9000er Tour gehören vor allem die Berge des böhmischen Osterzgebirges, wie zum Beispiel das Mückentürmchen (Komáří hůrka), der Bouřňák (Stürmer), der Stropnik oder der Wieselstein.
All das wird von einzelnen Holzhauern, selbst Jahre nach der Ausstrahlung des Filmes, immer wieder kritisch diskutiert.
Die Fernsehsendung "Unterwegs zu den 8000ern von Rechenberg-Bienenmühle" des MDR wurde ziemlich "wild geschnitten" und zeigt die Wanderung zur Steinkuppe in falscher Reihenfolge. Die Wanderung beginnt am Hotel "Fischerbaude", geht auf dem Steinbruchweg weiter, zeigt den Einstiegspunkt zum Aufstieg zur Steinkuppe und einige Drohnenaufnahmen des Steinkuppengipfels. Plötzlich stehen die Wanderer wieder am Ausgangspunkt der Wanderung, um dann auf dem Gipfel der Steinkuppe anzukommen.
Wie man im Filmzitat erkennen kann, bräuchte die Steinkuppe eine radikale Auslichtung, um den Touristen -so wie früher- einen attraktiven Rundblick auf das Osterzgebirge zu bieten.
Filmzitat von Timecode 7:11 bis 10:30 nach Paragraph 51 BGB, Quelle MDR, "Unterwegs", "Unterwegs zu den 8000ern von Rechenberg-Bienenmühle", Moderation Beate Werner
Der komplette Film ist im Web an vielen Stellen frei verfügbar, z.B.
- bei Youtube https://www.youtube.com/watch?v=GONTLTRVUMY
- bei Bing Videos https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=Unterwegs+zu+den+8000ern+von+Rechenberg-Bienenm%c3%bchle&mid=41FB539319BD2708647141FB539319BD27086471&churl=https%3a%2f%2fwww.youtube.com%2fchannel%2fUC9qT4DpoQDhXhxz-kN1mz5A&FORM=VIRE
- in der 3sat Mediathek https://www.3sat.de/gesellschaft/laendermagazin/laendermagazin-vom-14-maerz-2026-102.html
- in der IMDB https://www.imdb.com/de/title/tt15616724/